Gedenken an die Ermordeten in der Wenzelnbergschlucht


Auch in diesem Jahr findet wieder die Gedenkstunde an die 71 Insassen der Gefängnisse der verschiedenen Städte unserer Region statt, die am 13. April 1945, wenige Tage vor dem Ende des 2. Weltkrieges in der Schlucht am Wenzelnberg ermordet wurden. In diWesem Jahr wird der Rahmen das Lied “Die Moorsoldaten” bilden, das am 27. August bei einer Veranstaltung namens “Zirkus Konzentrani” von 16 Häftlingen, überwiegend ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins, im Konzentrationslager Börgermoor/Emsland aufgeführt wurde.

Wohin auch das Auge blicket,  Moor und Heide nur ringsum.
Vogelsang uns nie erquicket,  Eichen stehen kahl und krumm.
Wir sind die Moorsoldaten  und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

Hier in dieser öden Heide  ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude hinter Stacheldraht verstaut.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

Morgens ziehen die Kolonnen  in das Moor zur Arbeit hin,
graben bei dem Brand der Sonnen,  doch zur Heimat steht ihr Sinn.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

Heimwärts, heimwärts! Jeder sehnet   sich nach Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet, weil wir hier gefangen sind.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

Auf und nieder gehn die Posten, keiner, keiner kann hindurch.
Flucht wird nur das Leben kosten. Vierfach ist umzäunt die Burg.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

Doch für uns gibt es kein Klagen. Ewig kann´s nicht Winter sein.
Einmal werden froh wir sagen: Heimat, du bist wieder mein!
Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.

Text: Johann Esser und Wolfgang Langhoff

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Remscheid, Beate Wilding schreibt in der Einladung zur Gedenkstunde:

“Sie gehören damit zu den letzten Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in unserer Heimat. Auf das nahende Ende des Krieges und ihre Befreiung hoffend, mögen die letzten Worte des Liedes der Moorsoldaten aus dem Jahre 1933: “… Ewig kann´s nicht Winter sein. Einmal werden froh wir sagen: Heimat, du bist wieder mein!” an die Gedanken und Gefühle der Ermordeten während ihrer Gefangenschaft bis kurz vor ihrem Tode erinnern.

Nachkommenden Generationenmögen es Worte der Erinnerung und der Mahnung zugleich sein: Die Werte von Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Sie leben vom Bewusstsein und Handeln eines jeden Einzelnen.   Damit tragen wir aus der Geschichte heraus eine lebendige Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.”

22. April 2012, 11:00 in der Schlucht am Wenzelnberg

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